Bellerivestrasse: Ein Projekt aus dem Betonzeitalter

Die Stadt Zürich plant aktuell die Sanierung der Bellerivestrasse. Dabei wird der heute schon unhaltbare Zustand - eine Hauptverkehrsachse führt ungebremst mitten durch eine schützenswerte Kernzone - für die nächsten 30 Jahre in diesem Zustand belassen. Dabei sind keinerlei Verbesserungen erkennbar, im Gegenteil, die vom Bund vorgeschriebene Lärmsanierung mit Temporeduktionen wird schlicht ignoriert, Velowege gibt es keine und dafür müssen erst noch 96 Bäume gefällt werden. Der VCS Zürich hat gegen dieses unsinnige Projekt Einsprache erhoben.

Die Stadt Zürich macht auch an der Bellerivestrasse dort weiter, wo sie in vielen Wohnquartieren der Stadt Zürich begonnen hat: Sie ignoriert schlicht und einfach die vom Bund vorgeschriebene Lärmsanierung. Statt Temporeduktionen anzuordnen, soll nach wie vor mit Tempo 50 mitten durch ein städtisches Wohnquartier geblocht werden dürfen. Dabei lässt ein tieferes Tempo die gleiche Verkehrskapazität zu, wie Tempo 50, nur können damit die Lärmbelastungen für die knapp 900 AnwohnerInnen deutlich reduziert werden. Damit könnte aber auch der Situation Rechnung getragen werden, dass rund um die Bellerivestrasse besonders schützenswerte Bauten in einer Kern- und Quartiererhaltungszone liegen.

Auch verkehrspolitisch macht eine solche Sanierung wenig Sinn. Die Stadt Zürich muss gemäss ihrer Gemeindeordnung bis ins Jahr 2020 den Autoverkehr um rund einen Drittel reduzieren. Wie das möglich sein soll, wenn bei jeder Haupteinfallsachse der Verkehr auf heutigem Niveau plafoniert werden soll, ist schleierhaft.

Auch die Förderung des Veloverkehrs bleibt ein Lippenbekenntnis, wie an vielen Orten sind keinerlei Velomassnahmen geplant. Dabei wird dem Umstand nicht Rechnung getragen, dass sich der Veloverkehrsanteil in der Stadt Zürich, noch ohne sicheres Veleverkehrsnetz innert 5 Jahren verdoppelt hat. Und die Breite der Autofahrspuren von lediglich 2.75 m verhindert, dass auch mutige Velofahrende sich auf diese Strasse trauen.

Die Stadt Zürich ist daran, am Seeufer wertvolle Baumbestände systematisch abzuräumen. Nach den 50 Bäumen am General-Guisan-Quai, die so schlecht bewirtschaftet wurden, dass sie gefällt werden mussten, sollen am Utoquai 26 Bäume für einen Veloweg gefällt werden, der qualitativ völlig ungenügend ist. Und nun kommen an der Bellerivestrasse also 96 weitere Bäume dazu kommen. 172 Bäume somit innert kürzester Zeit beinahe alle nebeneinander, weil das Tiefbauamt sich nicht vorstellen kann, wie gebaut werden kann, ohne dass dafür gleich alle Bäume abgeholzt werden müssen.

Der VCS Zürich hat gegen dieses unsinnige Projekt aus all diesen Gründen eine Einsprache erhoben.