Stadtzerstörung am Rosengarten

Mit dem Projekt Rosengartentunnel wird keine Stadtreparatur betrieben. Statt mit einem neuen Tram den Autoverkehr zu reduzieren, wird dem Autoverkehr mit einem teuren Tunnel garantiert, dass er auch in Zukunft die heute schon vom Verkehr überbelasteten Wohnquartiere durchfahren kann. Dazu kommt, dass an vielen Orten in der Stadt Häuser abgerissen werden. Der VCS Zürich zeigt die Häuser, die dem Megaprojekt Rosengartentunnel weichen müssen.

Natürlich nimmt das Megaprojekt auch keine Rücksicht auf städtische Idyllen. Der Blumenladen Blumen und So muss ebenso weichen ...

.. wie die Gärten und Wiesen zwischen Bucheggplatz und dem Wald.

Wie ungenügend die Planung des Rosengartentunnels ist und wie stadtzerstörerisch, zeigt sich an der Bucheggstrasse. Noch ist nicht einmal klar, welches der beiden Gebäude abgerissen werden muss: Das Haus Bucheggstrasse 140 ...

… oder das neu renovierte Haus Bucheggstrasse 144. Sicher ist nur, eines von beiden wird abgerissen.

Das wohl bekannteste Gebäude, dass dem Tunnel weichen muss, befindet sich an der Rosengartenstrasse 4.

Um Platz für die insgesamt 9 Fahrspuren (4 als Tunnelein- und Tunnelausfahrten für Autos, 2 Tramspuren von der Hardbrücke her und 3 Fahrspuren für den Lokalverkehr der Rosengartenstrasse) müssen auch die Gebäude Rosengartenstrass 6, 8 und 10 abgerissen werden.

Im Bild: Rosengartenstrasse 6.

Rosengartenstrasse 8

Rosengartenstrasse 10

Visualisierung Rosengarten: Die heute bestehende Strassenbreite wird von 20 m auf 37 m beinahe verdoppelt. Dafür werden diverse Häuser abgerissen.

Rosengarten: Keine Autobahn mitten ins Wohnquartier

Stadt- und Kantonsregierung wollen trotz eklatanter Mängel an ihrem Megaprojekt Rosengartentunnel festhalten. Trotz einem massiven baulichen Eingriff ins das Quartier, einer nach wie vor verbleibenden Verkehrsbelastung für alle umliegenden Wohnquartiere und horrenden Kosten soll das Projekt nun mit einem Gesetz durchgesetzt werden. Eine neue Tramlinie soll dabei als Alibi dienen. Eine Verkehrsentlastung für die Wohnquartiere und die Stadt ist nicht geplant.

Eine Verkehrsplanung der 70-er Jahre – hemmungsloser Autobahnbau mitten in der Stadt, ohne Rücksicht auf Bevölkerung, Kosten und Stadtbild – versucht ein Comeback. Für 800 Millionen Franken soll ein Strassenzug von knapp 800 m Länge vom Autoverkehr angeblich „entlastet“ werden – eine Million Franken pro Laufmeter Rosengartenstrasse. Rücksichtslos wird dabei eine vierspurige Hochleistungsstrasse ins Herz der Stadt Zürich geführt. Dazu müssen Häuser abgerissen werden, die störenden Tunnelein- und ausfahrten liegen mitten in einem Wohnquartier. Die Wohnbevölkerung leidet weiterhin unter mindestens 56'000 Autofahrten pro Tag. Weniger Autos werden es mit diesem teuren Projekt sicher nicht, lagen die Fahrten in der Vergangenheit doch schon bei über 70'000 pro Tag. Bedenkenswert, wenn man weiss, dass die Stadt Zürich lufthygienisches Sanierungsgebiet ist und über ein Drittel der Stadtzürcher Bevölkerung an Strassen leben, die eine Lärmbelastung erdulden müssen, die über den Lärmgrenzwerten liegt. Besonders belastet bleibt die Bevölkerung in den Stadtkreisen 3, 4, 5, 6 und 10, die nach wie vor und trotz dem Rosengartentunnel eine permanente Verkehrslawine erdulden muss.

Das Tram dient in dieser Ausgangslage nur als Greenwashing. Wenn man nämlich ein neues Tramangebot schafft, müsste sich doch durch den Umsteigeeffekt die Autoverkehrsmenge massiv reduzieren lassen. Genau dies ist aber bewusst nicht geplant.

Nicht berücksichtigt bleibt bei dieser rein strassenseitigen Planung, dass Zürich West und Zürich Nord, Limmattal und Glatttal heute schon perfekt mit der S-Bahn miteinander verbunden sind. Wenn zusätzliche Verkehrs¬bedürfnisse anstehen, dann liegen diese aber nicht mehr im Zentrum der Stadt Zürich, sondern in der Peripherie, in den neuen Entwicklungsgebieten in Affoltern, Altstetten/Letzi Hirzenbach/Stettbach und Manegg. Sollte trotz gut ausgebautem öffentlichem Verkehr immer noch die Notwendig¬keit bestehen, das Auto zu gebrauchen, so steht ab 2025 die ausgebaute Nordumfahrung und die bestehende Westumfahrung zur Verfügung. Und ebenfalls ausser Acht gelassen wird der verbindliche Beschluss der Stadt Zürich, innert 10 Jahren den Autoverkehrsanteil um einen Drittel zu reduzieren.

Wenn man die belastende Situation der AnwohnerInnen durch den Autoverkehr am Rosengarten verbessern will, so sollte man nicht mehr 15 Jahren warten. Die Realisierung der vom Gemeinderat schon beschlossenen Fussgängerstreifen und eine bundesrechtlich vorgeschriebene Lärmsanierung mit einer Geschwindigkeitsreduktion auf Tempo 30 wären schon heute geeignet, sofort wirksame Verbesserungen für die Bevölkerung im Quartier zu ermöglichen.