Stadtzerstörung am Rosengarten

Für über eine Milliarde Franken plant der Kanton einen gigantischen Tunnel mitten in Zürich, mitten im Wohnquartier. Auf einer Strecke von 800 m soll der Verkehr in einem grossen Loch verschwinden. Dafür baut man ein monumentales Tunnelportal am Rosengarten und am Bucheggplatz. An vielen Orten in der Stadt Zürich werden dafür Häuser werden abgerissen und die Stadt verschandelt.

Die Politik spricht scheinheilig von Verbesserung, obwohl klar ist, dass sich an der permanenten Verkehrslawine nichts ändert.

Dagegen wehren wir uns. Dieser Tunnel widerspricht grundsätzlich einer modernen Verkehrspolitik.

Im Interesse der Wohnbevölkerung kämpft der VCS Zürich gegen diese verfehlte Verkehrspolitik und sorgt für lebendige Wohnquartiere.

Der VCS Zürich lanciert jetzt schon die Abstimmungskampagne gegen dieses gigantische und stadtzerstörende Bauwerk. Helfen Sie uns dabei.

Reines Fantasiegebilde?

Der Kanton Zürich behauptet, dass die Visualisierung des VCS Zürich zum Tunnelportal Rosengarten ein reines Fantasiegebilde sei. Wir geben zu, eine geschönte Darstellung mit Pastellfarben - wie der Kanton Zürich - mochten wir nicht machen. Aber sonst ist aufgrund des Bildes, der Pläne und des Modells alles korrekt. Rot umrandet ist das Haus Rosengartenstrasse 4, das abgerissen werden muss. Vergleichen Sie selbst. Fantasievoll pastellfarbig, so sieht es der Kanton. Realistisch, so sieht es der VCS.

Der VCS zeigt, welche Gebäude für dieses Projekt abgerissen werden müssen.

Am Rosengarten, am Bucheggplatz, aber auch weit vom Tunnel entfernt, wie an der Schaffhauserstrasse müssen Häuser abgerissen werden. Der Irchelpark wird deutlich kleiner werden. Besonders toll treibt es die Kantonsregierung am Albisriederplatz: Dort wird nicht nur die für viel Geld sanierte Tramhaltestelle wieder abgerissen; die bestens funktionierende Umsteigedrehscheibe wird auf vier Seitenstrassen verlegt und auch dort müssen Häuser weichen.

Am Rosengarten und an der Bucheggstrasse

Das wohl bekannteste Gebäude, das für den Tunnel abgerissen wird, befindet sich an der Rosengartenstrasse 4.

Dem Tunnel weichen müssen auch die Gebäude an der Rosengartenstrasse 6, 8 und 10.

Auch die Häuser an der Rosengartenstrasse 38 und 40 fallen einer Strassenbegradigung zum Opfer.

Noch nicht ganz klar ist, ob nun das Gebäude Bucheggstrasse 140 oder Bucheggstrasse 144 abgerissen wird. Eines der beiden muss auf jeden Fall weg.

Bucheggplatz

Einem Tunnelportal fallen am Bucheggplatz ebenso der Laden "Blumen und so" zum Opfer wie die Wiesen und Gärten zwischen Bucheggplatz und dem Wald.

Milchbuck

Am Milchbuck wird der Irchelpark verkleinert und, wenn man den Plänen glauben darf, werden auch die Gebäude Schaffhauserstrasse 163 und 165 abgerissen.

Albisriederplatz

Der Albisriederplatz liegt zwar knapp 2 km vom Tunnelportal am Wipkingerplatz entfernt. Doch auch hier setzt sich die Stadtzerstörung fort. Die erst vor kurzem komplett neu gestaltete Tramhaltestelle Albisriederplatz wird wieder abgebrochen. Statt der einen und bestehenden, attraktiven Umsteigehaltestelle soll es neu vier Haltestellen in den Seitenstrassen geben. Das bedeutet lange Umsteigewege für alle, die mit dem Tram unterwegs sind. Und selbstverständlich müssen auch hier Häuser abgerissen werden: Es sind dies die Badenerstrasse 339 und 343; der vorgelagerte Bau des Coop muss ebenfalls weg.

Visualisierung Tunnelportal am Rosengarten

So könnte das Tunnelportal am Rosengarten aussehen. Die heute bestehende Strassenbreite wird von 20 m auf 37 m ausgeweitet. Zu den im Bild sichtbaren 7 Fahrspuren kommen noch zwei Fahrspuren im Tunnel hinzu. Autobahnkreuz, Quartiererschliessung und Tramlinien: Alles konzentriert auf einen einzigen Punkt. Das hält kein Wohnquartier aus.

Visualisierung Tunnelportal am Bucheggplatz

Und so könnte das Tunnelportal am Bucheggplatz aussehen. Es verschwindet eine grüne Idylle und zurück bleibt eine Betonwüste.

Rosengarten: Keine Autobahn mitten ins Wohnquartier

Stadt- und Kantonsregierung wollen trotz eklatanter Mängel an ihrem Megaprojekt Rosengartentunnel festhalten. Trotz einem massiven baulichen Eingriff ins das Quartier, einer nach wie vor verbleibenden Verkehrsbelastung für alle umliegenden Wohnquartiere und horrenden Kosten soll das Projekt nun mit einem Gesetz durchgesetzt werden. Eine neue Tramlinie soll dabei als Alibi dienen. Eine Verkehrsentlastung für die Wohnquartiere und die Stadt ist nicht geplant.

Eine Verkehrsplanung der 70-er Jahre – hemmungsloser Autobahnbau mitten in der Stadt, ohne Rücksicht auf Bevölkerung, Kosten und Stadtbild – versucht ein Comeback. Für 800 Millionen Franken soll ein Strassenzug von knapp 800 m Länge vom Autoverkehr angeblich „entlastet“ werden – eine Million Franken pro Laufmeter Rosengartenstrasse. Rücksichtslos wird dabei ein vierspuriger Hochleistungstunnel ins Herz der Stadt Zürich geführt. Dazu müssen Häuser abgerissen werden, die störenden Tunnelein- und ausfahrten liegen mitten in einem Wohnquartier. Die Wohnbevölkerung leidet weiterhin unter mindestens 56'000 Autofahrten pro Tag. Weniger Autos werden es mit diesem teuren Projekt sicher nicht, dazu ist der neue Tunnel viel zu leistungsfähig. Immer noch ist die Stadt Zürich ein lufthygienisches Sanierungsgebiet. d.h. die Immisionsgernzwerte der Luftreinhalteverordnung werden flächendeckend überschritten. Und 140'000 Personen, also ein Drittel der Stadtzürcher Bevölkerung, lebt an Strassen, an denen die Lärmgrenzwerten überschritten sind. Besonders belastet bleibt die Bevölkerung in den Stadtkreisen 3, 4, 5, 6 und 10, die nach wie vor und trotz dem Rosengartentunnel eine permanente Verkehrslawine erdulden muss.

Das Tram dient in dieser Ausgangslage nur als Greenwashing. Wenn man nämlich ein neues Tramangebot schafft, müsste sich doch durch den Umsteigeeffekt die Autoverkehrsmenge massiv reduzieren lassen. Umsteigen wird mit dem Autotunnel aber ganz bewusst nicht gefördert.

Nicht berücksichtigt bleibt bei dieser rein strassenseitigen Planung auch, dass Zürich West und Zürich Nord, das Limmattal und das Glatttal heute schon perfekt mit der S-Bahn miteinander verbunden sind. Wenn zusätzliche Verkehrsbedürfnisse anstehen, dann liegen diese aber nicht mehr im Zentrum der Stadt Zürich, sondern in der Peripherie, in den neuen Entwicklungsgebieten in Affoltern, Altstetten/Letzi Hirzenbach/Stettbach und Manegg. Sollte trotz gut ausgebautem öffentlichem Verkehr immer noch die Notwendigkeit bestehen, das Auto zu gebrauchen, so steht ab 2025 die ausgebaute Nordumfahrung und die bestehende Westumfahrung zur Verfügung. Und ebenfalls ausser Acht gelassen wird der verbindliche Beschluss der Stadt Zürich, innert 10 Jahren den Autoverkehrsanteil um einen Drittel zu reduzieren.

Wenn man die belastende Situation der AnwohnerInnen durch den Autoverkehr am Rosengarten verbessern will, so sollte man nicht mehr 15 Jahren warten. Die Realisierung der vom Gemeinderat schon beschlossenen Fussgängerstreifen und eine bundesrechtlich vorgeschriebene Lärmsanierung mit einer Geschwindigkeitsreduktion auf Tempo 30 wären schon heute geeignet, sofort wirksame Verbesserungen für die Bevölkerung im Quartier zu ermöglichen.

 

Medienmitteilungen des VCS Zürich