Masterplan Hochschule

Die drei Institutionen ETH Zürich, Universität Zürich und Universitätsspital planen am bestehenden Standort in Zürich grosse Um- und Erneuerungsbauten. Unter dem Titel Masterplan Hochschulgebiet sollen zu den bestehenden rund 800'000 m2 Nutzfläche weitere 350'000 m Nutzfläche hinzu kommen.

Dass die Verkehrserschliessung des neuen Hochschulquartiers von zentraler Bedeutung sein wird, ist allen Beteiligten schon lange klar. Enttäuschend ist nun, dass nach dem Richtplaneintrag und den vorgelegten Gestaltungsplänen, die ganzee Verkehrserschliessung noch immer nicht rechtsverbindlich im Rahmen der Gestaltungspläne geregelt wird.

Das Hochschulquartier hat aus verkehrlicher Sicht das Problem, dass es weit weg von den leistungsfähigisten Verkehrsverbindungen des Kantons Zürich, dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Stadelhofen, entfernt ist. Umso wichtiger ist es deshalb, die Verkehrsprojekte, die die Erschliessung des Hochschulquartier überhaupt erst ermöglichen, zu verbessern. Es reicht nicht, dem öV, dem Fuss- und Veloverkehr appellativ hohe Priorität einzuräumen, die dazu nötigen Infrastrukturbauten aber nicht rechtsverbindlich in den Gestaltungsplänen zu verankern.

Der VCS Zürich ist der Ansicht, dass folgende Verkehrsprojekte rechtsverbindlich in den Gestaltungsplänen als Bauvoraussetzung gesichert sein müssen. Nur so erscheint uns das Grossprojekt genügend erschlossen zu sein.

- Neue Tramhaltestellen Universität und Platte.

- Das geplante grössere Rollmaterial für die Trams ist schon im Einsatz. Zusatzkurse garantieren, dass zu jeder Zeit die Nachfrage qualitativ so abgedeckt werden kann, dass eine Stehplatzdichte von 2 Personen/m2 nicht überschritten wird.

- Grosszügig dimensionierte Freitreppe vom Central zur Polyterrasse.

- Attraktive Fusswegverbindung vom Bahnhof Stadelhofen entlang der Rämistrasse über den Heimplatz bis zur Wässerwies

- Attraktive Veloverbindung vom Bellevue entlang der Rämistrasse über den Heimplatz bis Gloriastrasse/Universitätsstrasse in ausreichender Qualität (mindestens Komfortroute, Qualitätsstufe A, gemäss Velostandards der Stadt Zürich)

- Neu gestaltete Gloriastrasse mit Tempo 30.

Es versteht sich von selbst, dass die Parkplatzzahl auf das absolute Minimum zu beschränken ist, damit die grossen Fussgängerströme über die Strassen in den Spitzenzeiten möglichst wenig tangiert werden. Besondere Sorgfalt ist auch der Gestaltung der Gloriastrasse - mit Tempo 30 – als neuem Zentrum des Hochschulquartiers zu widmen. Und eine Suspendierung der Baulinien, deren Aufgabe es ist, städtebaulich und verkehrlich für genügend Raum zwischen den Gebäuden zu sorgen, kommt ebenfalls nicht in Frage.

 

 

 

Gute Beispiele von Freitreppen in Europa, wie sie neben der Polybahn realisiert werden müsste

Die Montagne de Bueren in Lüttich
Die Potemkinsche Treppe in Odessa (Schwarzmeerküste)
Die Depaldo-Treppe in Taganrog (Schwarzmeerküste)