Dosieranlage Wülflingen: öV-Ausbau nur mit Quartierschutz

Der öffentliche Verkehr in Winterthur ist wichtig und muss gefördert werden. Doch auch im öffentlichen Verkehr gilt es, die Förderung mit intelligenten Lösungen zu erreichen. Nur so kommt es zu einem Gewinn für alle.

In Wülflingen ist aktuell geplant, den Bus auf der Wülflingerstrasse zu bevorzugen. Dazu soll bei der Kreuzung Schloss Wülflingen eine neue Lichsignalanlage gebaut werden. Das führt allerdings dazu, dass der Rückstau auf der Salomon-Hirzelstrasse zunehmen wird. Die Folge davon ist, dass der Schleichverkehr auf den ohnehin schon beliebten Ausweichrouten zunehmen wird. Nebst dem Lindenplatz und der Oberfeldstrasse werden vor allem Wartstrasse und die Verbindungsstrassen zur Wülflingerstrasse mit Mehrverkehr rechnen müssen.

Verkehrsflut im Quartier

Der Stadtrat betont seit Jahren, dass negative Auswirkungen der Verkehrsberuhigung im Quartier auf das Hauptnetz zu vermeiden sind. Daher müsse die Realisierung des geplanten öV-Hochleistungskorridors auf der Wülflingerstrasse, inkl. der neuen Dosieranlage beim Schloss Wülflingen, mit dem Quartierschutz koordiniert werden.

Schleichverkehr nimmt weiter zu

Unter dem Spardruck hat der Stadtrat die Arbeiten später sistiert und im Jahr 2016 schliesslich gänzlich eingestellt. Begründung: Es gäbe keine Anzeichen, dass der Durchgangsverkehr in absoluten Zahlen grundsätzlich zugenommen habe. Dabei wurde 2012 vereinbart, dass der Verkehr im Quartier schrittweise abnehmen solle. Davon ist leider nichts zu spüren. Vergleicht man die Verkehrsmenge von 2009 und 2016 so hat diese, gemessen über die ganze Arbeitswoche, kaum abgenommen und ist in den Spitzenstunden am Morgen und am Abend sogar weiter angestiegen.

Die Dosieranlage beim Schloss wird die Situation nochmals verschlechtern

Obwohl der Stadtrat immer auf die Koordination von Quartierschutz und Massnahmen auf dem Hauptnetz bestand, hat er nun den Umbau der Kreuzung beim Schloss Wülflingen ohne flankierende Massnahmen für den Quartierschutz geplant. Dagegen wehren sich der VCS und weitere Quartierbewohnerinnen und -bewohner mit einer Einwendung.