Bahnausbauten Grossraum Zürich

Seit vielen Jahren ist der VCS Zürich die politisch treibende Kraft hinter den Ausbauten des öffentlichen Verkehrs im Grossraum Zürich. Mit unserer Volksinitiative "Pro Durchgangsbahnhof" (1999), der Volksinitiative "Schienen für Zürich" (2008) für den Ausbau der Strecke Zürich – Winterthur oder der Volksinitiative "Bahnhof Stadelhofen: pünktlich und zuverlässig" (2012) haben wir die öffentliche Diskussion zu den Bahnausbauten im Raum Zürich massgeblich geprägt. Auf Antrag der Zürcher Regierung hat das Volk den Gegenvorschlag zu unserer Volksinitiative „Pro Durchgangsbahnhof“ angenommen, so dass die Durchmesserlinie 2014 in Betrieb genommen werden konnte.

Während sich die Regierung bei der Durchmesserlinie aktiv gezeigt und mit der SBB den Ausbau geplant hatte, weigerte sie sich in der Folge selber aktiv weitere Bahnausbauten voranzutreiben. Suggeriert wurde der Stimmbevölkerung, dass der Bund schon in den Startlöchern stehe und der Ausbau schon beschlossene Sache sei. Aufgrund dieser Vesprechungen lehnte das Stimmvolk denn auch unsere Initiativen ab.

Dass dieser Ausbau nun aber nicht selbstverständlich ist, hat die NZZ am Sonntag vom 16. Okober 2016 berichtet. Während der Ausbau zwischen Zürich und Winterthur als schweizweit wichtiges Ausbauprojekt wohl gesetzt ist – allerdings nicht wie vom VCS vorgeschlagen mit dem Ausbau der Stammstrecke, sondern mit dem endlos teuren Brüttenertunnel – ist der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen gefährdet.

Der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen ist für das Zürcher S-Bahn-System als Ganzes von enormer Bedeutung. Es ist bis heute aber noch nicht geklärt, ob der Bund den Stadelhofen dem Parlament zum Entscheid vorschlagen will. Als weitere mögliche Option steht nämlich eine Umfahrung von Zürich für den Güterverkehr, möglicherweise parallel zum Gubristtunnel für Autos, zur Diskussion.

Und ungeklärt ist auch, ob der Kanton Zürich im nationalen Verteilungskampf stark genug ist, den Stadelhofen zu retten. Während es aus schweizerischer Sicht nachvollziehbar ist, dass die Nord-Süd-Achse mit dem Brüttenertunnel gestärkt werden muss – da steht auch die ganze Ostschweiz dahinter – ist nicht so sicher, ob das nationale Parlament den Bahnhof Stadelhofen nicht einfach als Vorortsbahnhöfli einstuft und deshalb eine Güterverkehrslinie vorgezogen wird. Da wird wohl auch kaum nützen, dass der Stadelhofen einer der bestfrequentierten Bahnhöfe der gesamten Schweiz ist.